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31.10.2006
Angekommen, am 123. Tag meiner Reise! Mit dem Bus ging es von Capacabana aus nach La Paz, zum Uebersetzen wurde eine kurzer Zwischenstopp eingelegt: der Bus musste auf ein Floss, wir in ein Boot und auf der anderen Seite wurden wir wieder mit unseren Taschen vereint. Wir hatten wirklich Angst sie zum letzten Mal gesehen zu haben, die Kaehne dort sahen nicht so vertrauenserweckend aus! Wir sind aber alle angekommen und weiter ging es.
Oben auf einem Berg hielt der Bus und ermoeglichte es uns somit einen ersten Eindruck von diese Stadt zu bekommen, man konnte ueber den ganzen Kessel blicken! Ueber holperige Strassen ging es dann ins Zentrum, mitten auf der Strasse Illampu wurden wir herausgeschmissen und jeder zog seiner Wege. Ich machte ich auf die Suche nach dem Hostal, das mir ein Bekannter aus Cusco empfohlen hat und wurde nach einer ganz schoenen Schlepperei auch fuendig. Dank meines Bekannten bekam ich einen Sonderrabatt, ein Zimmer mit Fenster UND Ausblick…. im 6. Stockwerk! ARG! Also den Rucksack geschultert hinauf geschnauft… wir sind hier fast auf 4000 Meter, da fuelt man jedes Stockwerk doppelt. Aber fuer ein schoenes Zimmer tut man doch vieles!
Spaeter ging es dann in die Stadt, und gleich begegnete ich meinem Verderben: einem Musikalienhandel; Floeten und Saiteninstrumente, eine gute CD Auswahl und ein netter Verkaeufer…. Jaja, ich war ne Stunde dort! Habe Floeten ausprobiert und alle CDs durchgehoert! ABER: ich war standhaft! Keine grossen Anschaffungen am ersten Tag! (Gross ist relativ…. Floeten fuer 5-10 Euro sind nicht teuer, oder? Cds fuer 6Euro… Aber man rechnet hier anders)
Im Laden lernete ich einen Fussballspieler kennen, der die naechsten 2 Stunden um mich rumhuepfte, mir Geschichten erzaehlte und seine komplette Playlist im Schnelldurchlauf praesentierte… Danach verschwand er in seinem Bus, da er hier nicht bezahlt wurde im letzten halben Jahr faehrt er Heim, arbeitet dort in einem Cumputerladen und wartet auf sein Geld vom Fussballbund
Jaja, andere Verhaeltnisse hier! Aber ein lustiger Kerl.
01.11.2006
Am naechsten Tag ging es in die Stadt, zunaechst ins Museo de Arte Contemporáneo, Tolle Ausstellung! Und ich habe einen tollen neuen Kuenstler fuer mich entdeckt! Hans Hoffmann (nein, nicht der aus dem 17.jh!) Deutscher Name, aber mit Leib und Seele Bolivianer, bzw. recht international! Einfach tolle Bilder! Ich musste natuerlich ein Photo eines der Werke kaufen.
Danach ging es bei Regen zum Plaza del Estudiante um bei der Touristeninfo eine Karte von LP zu kaufen und weiter ins Archeologische Museum. Klein aber fein, wie viele Museen hier. Fuer ein Nationalmuseum haette ich aber mehr erwartet.
Man kann viel Zeit damit verbringen einfach durch die Strassen zu laufen, die verschiedenen Geschaefte und Staende zu betrachten und sich zu fragen wer sowas kauft. Hier gibt es eine Strasse, in der tote getrocknete Laemmer, Kraeuter und aller moeglicher Kram (Kot von Tieren, getrocknete Augen, Wuermer…..) verkauft wird. Und viele Leute kaufen es! So viel zu: 95% der Bolivianer sind katholisch
Die 5 anderen % sind, sollten es nur diese sein, sehr kaufkraeftig.
Abends landete ich wieder in meinem Laden und kaufte endlich meine Floete und eine CD. Nach 2h wurde ich rausgeschmissen
Nein, sie mussten schliessen und ich ging zurueck ins Hotel.
02.11.2006
Mh, was habe ich heute gemacht?! Ich war erst im Cocamuseo, einem kleinen Museum, das durch seine Aufklaerung dem Drogenmissbrauch hier vorbeugen soll…. umsonst scheinbar. Aber ein gutes Museum! Ich kriegte ein Buch in die Hand gedrueckt, in dem alle Erklaerungen und Texte auf Deutsch zu finden waren und arbeitet mich durch die Schautafeln. Viele viele Informationen!
Erschoepft stiefelte ich wieder zu meinem Turmzimmer hoch und machte ein Siesta, etwas laenger als geplant und ging danach zum Friedhof. Todos Sanctos, falscher Tag?! Nicht, wenn man die Traditionen der Menschen hier ansehen will. Der Friedhof war uebervoll, vor den Hauesern mit den Grabfaechern standen hunderte Menschen, brachten frische Blumen, Speisen und andere Gaben fuer ihre Angehoerigen, sangen, lachten, weinten… Der Friedhof ist eine eigene Stadt…! Und man verlaeuft sich schnell! Aber nach ner Stunden habe ich dann auch genug gehabt, den naechsten Ausgang benutzt und bin wieder die Marktstrasse runtergelaufen.
03.11.2006
Eigentlich wollte ich nur ins Museo de Metales Treciosos… das Ticket galt aber auch fuer das Museo Costumbrista ‘Juan de Vargas’, Museo del Litoral Boliviano und das Museo Casa de Murillo… wenn man schon mal gezahlt hat kann man auch rein gehen
Sie waren auch nicht so supergross und eigentlich sehr interessant. 100te von Schulkindern schwirrten um mich rum und bedachten mich mit ihren ersten englischen Saetzen.
Weil 4 noch nicht genug waren ging ich gleich noch ins Museo de Instrumentos Musicales de Bolivia (Was fuer ein Name
) und schlenderte durch die Raeume. Das Licht ging automatisch an und zu jedem Raum wurde Musik eingespielt, die allerdings nicht wieder aufhoerte…. nach 3 Raeumen befand ich mich also in einem Klangteppich von verschiedenen Liedern, Instrumenten und Rhythmen.
Und jetzt?! Erst mal geld weg bringen, ne Siesta (man gewoehnt sich dran) und dann mal sehen was ich fuer morgen organisieren kann. In meinem Hotel wohnen nur Bolivianer (eine Schuelergruppe, die sehr sehr laut ist) und ich habe keine Leute getroffen, mit denen ich auf eigene Faust losziehen kann. Aber in einer Tour mit Guide ist es auch nicht schlecht, wenn auch teurer. Mal sehen, ich berichte dann.